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SOCIAL
MEDIA.
Antisemitismus in den Jugendkulturen.
ABSTRACT:
Antisemitismus erfährt durch soziale Medien wie TikTok, Instagram
und YouTube mehr Sichtbarkeit als je zuvor. Der Text erklärt, warum
Antisemitismus viral geht und welche Rolle popkulturelle Ausdrucks-
formen und technische Verbreitung dabei spielen.
Antisemitismus geht viral
Dieser Text richtet sich an alle, die
verstehen möchten, welche Rolle
Soziale Medien in der Verbreitung
von Antisemitismus spielen. Wer
verstehen will, wie es zum starken
Anstieg antisemitischer Vorfälle,
zu Angriffen und Beleidigungen
kommt, für den führt kein Weg
daran vorbei, sich auch digitale
Dynamiken genauer anzusehen.
Denn was in Kommentarspalten
passiert, was in einem Livestream
verkündet wird oder als vermeint-
lich lustiger Kurzvideosketch
daherkommen kann, hat reale Kon-
sequenzen für Juden und Jüdin-
nen weltweit. Noch nie wurde so
viel Antisemitismus verbreitet wie
heute im Internet.
Die Wissenschaftlerin Monika
Schwarz-Friesel beschreibt in
„Judenhass im Internet“13 wie ein
nie wirklich und nachhaltig auf-
gearbeiteter Hass auf Juden im
„Reload“ ausbreche und sich in
einem Ausmaß verbreiten könne,
wie wir es in der Geschichte
noch nie zuvor gesehen haben.
Und das hat sie geschrieben vor
TikTok , vor algorithmischer Ver-
breitung und teils immensen
13 Schwarz-Friesel, Monika (2019): Judenhass im Internet – Antisemitismus als kulturelle
Konstante und kollektives Gefühl, Berlin, Hentrich und Hentrich, S.9.
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