Page 7 - 2026_Resonanzraeume_Flipbook
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RESONANZ
RÄUME.
Zwischen Jüdischer Selbstbestimmung
und Antisemitismuskritik.
Antisemitismus ist kein Rand-
phänomen.
Seine weit verzweigten Spuren zie-
hen sich bis in die Mitte der Gesell-
schaft hinein. Das hatte auch
NRW-Innenminister Herbert Reul
im Blick, als er anlässlich einer
Fachtagung („Antisemitismus als
Brückenphänomen“) der Landes-
zentrale für Politische Bildung
am 10.10.2024 in einem Statement
sagte: „Die Entwicklung zeigt:
Wir müssen uns heute wieder
mit Antisemitismus beschäftigen.
Er ist unter der Oberfläche weit
verbreitet – bis in die Mitte der
Gesellschaft. Das ist nicht nur eine
Gefahr für die Jüdinnen und Juden
in unserem Land, sondern bedroht
die Grundwerte unserer Gesell-
schaft. Diesem Trend müssen wir
uns entschieden entgegenstellen.“
Ein Jahr nach dem Terrorangriff
der Hamas am 7. Oktober 2023
auf Israel mit 1200 Toten, 250
verschleppten Geiseln und dem
anschließenden Gaza-Krieg för-
derte die am 24. September 2024
der Öffentlichkeit vorgestellte
„Dunkelfeldstudie“ zur Verbreitung
antisemitischer Einstellungen in
der Bevölkerung von Nordrhein-
Westfalen „besorgniserregende
Erkenntnisse“ zu Tage. Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger,
Antisemitismusbeauftragte des
Landes Land NRW, bilanzierte
Ergebnisse der Studie wie folgt:
„Bis zu 24 Prozent der Befragten
haben in unterschiedlicher Form
antisemitische Einstellungen.
Besonders erschreckend sind die
Werte beim holocaustbezogenen
Antisemitismus. Dass fast die
Hälfte aller Befragten einen
Schlussstrich unter die Geschichte
ziehen will und über 40 Prozent
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